Compassion in Frankreich – Résidence Quiétude


Französisch ist und war schon immer eines meiner liebsten und besten Fächer. Als es dann hieß, dass die Möglichkeit besteht, das Sozialpraktikum, welches in der 10. Klasse absolviert wird, in Riorges in Frankreich im Altersheim zu machen, habe ich mir sofort überlegt, ob ich es dieses Jahr machen möchte. Riorges ist eine Partnerstadt von Donzdorf und schon seit vielen Jahren wird die Zusammenarbeit sehr gut gepflegt, sodass der Austausch zustande kommt und eben auch das Compassion Praktikum im Altersheim, auch bekannt als L´E.H.P.A.D. (L´Etablissement d´Hébergement pour Personnes Agées Dépendantes). Ich hatte großen Respekt und auch ein klein wenig Angst in ein fremdes Land mit fremden Menschen und einer anderen Sprache zu gehen und dort ein einwöchiges Praktikum zu machen. Andererseits war ich neugierig und dachte mir „Warum nicht den Schritt wagen und über mich hinauswachsen und neue Einblicke und Erfahrungen sammeln?“ Als ich dann noch gehört habe, dass es den anderen vor mir sehr gut gefallen hat, war mein finaler Entschluss gefallen und es hieß: Ende April geht es nach Riorges!

Am ersten Tag meines Praktikums wurde ich herzlich in Empfang genommen und habe Chloé kennengelernt, die bei der Animation arbeitet und mit der ich den Großteil meines Praktikums verbracht habe. Jeden Morgen drehten wir eine Runde im Altersheim und fragten, wie es den Bewohnern geht und wie sie geschlafen haben. Anfangs fiel es mir noch schwer ins Gespräch zu kommen und alles zu verstehen, doch von Tag zu Tag bin ich mehr aufgetaut, konnte immer mehr verstehen und habe mich mit den Bewohnern unterhalten. Wir hatten jeden Tag zwei Aktivitäten geplant und hierfür jeweils die Bewohner zusammengesucht, welche mitmachen wollten. Wir haben gebastelt, gemalt, gespielt, mit Ton gearbeitet, aber auch sportliche Aktivitäten, an denen ich den größten Spaß hatte, kamen nie zu kurz. Es wurde viel Gymnastik gemacht, aber auch mit Bällen wurde sich beschäftigt. Dank des guten Wetters konnten wir auch gemeinsam viel Zeit an der frischen Luft verbringen und zum Beispiel spazieren gehen.

Außerhalb der Aktivitäten haben Chloé und ich die Pläne für die kommenden Tage erstellt, diese anschließend im Altersheim ausgehängt und wieder viel mit den Bewohnern gesprochen. Ich hätte nicht gedacht, dass sich die Bewohner so über eine deutsche Praktikantin freuen würden. Nicht nur ich erzählte von meinem Leben, auch sie erzählten mir viel über sich und über das Leben vor dem Altersheim und als sie selber noch jung waren. Hier habe ich gemerkt, wie dankbar man sein sollte für das, was man hat und die Zeit schätzen sollte mit den Menschen, die einem wichtig sind.

Als dann der letzte Tag meines Praktikums vorbei war und mich verabschieden musste, ging ich mit einem lachenden und weinenden Auge, da mir einige Bewohner echt ans Herz gewachsen sind und ich die Zeit dort sehr geschätzt und genossen habe. Andererseits war ich froh und stolz auf mich, da ich mich getraut habe das Praktikum zu machen, meinen Wortschatz um einiges erweitern konnte und ich Einblicke in einen Beruf bekommen habe, der so viel mehr Respekt verdient. Ich hätte nie gedacht, dass es so anstrengend sein kann und wie viel Geduld man manchmal braucht.

Ich hoffe, dass die Möglichkeit weiterhin besteht das Sozialpraktikum hier zu machen und dass es weiterhin Schülerinnen und Schüler gibt, die Interesse haben diese Erfahrung zu machen. Ich persönlich würde es sofort nochmal machen und kann es nur weiterempfehlen, da es ein einmaliges und unvergessliches Erlebnis ist.

(Finja Klaus, 10c)

Rotes vierstöckiges Wohnhaus mit zwei turmähnlichen Dächern, Balkonarkade und leerem Parkplatz vorne.